Rekonstruktion der Brust mit Gewebe vom Rücken
(Latissimus Muskel)
Der große Rückenmuskel (Latissimus dorsi Muskel) stellt die älteste und bekannteste Methode zur Rekonstruktion der Brust nach Brustkrebs dar. Mit dem Latissimus Muskel kann die Brust relativ sicher wieder aufgebaut werden, wobei für der gesunden Seite entsprechendes Volumen häufig ein Implantat unter den umgelagerten Muskel gelegt werden muss. Das Entnehmen des Rückenmuskels hat keine nennenswerten Ausfälle in der Funktion des Schultergelenkes oder des Armes zur Folge, allerdings verbleibt eine quere, lange Narbe am Rücken. Operative Technik
Die Operation findet in Vollnarkose statt. Der Muskel wird mit der darüberliegenden Haut und seinen Gefäßen vom Rücken nach vorne durchgeführt und als neue Brust geformt. Unter den Muskel kann in gleicher Operation ein entsprechendes Implantat eingelegt werden, zum Ableiten der Wundflüssigkeit werden für die ersten Tage nach der Operation Schläuche eingelegt. Risiken und mögliche Komplikationen
In seltenen Fällen ist die Blutversorgung oder der Blutabtransport aus dem Gewebe nicht gewährleistet. Dann kann zu einem Absterben des verschobenen Gewebes kommen. Dieses Risiko ist allerdings bei dieser Technik sehr gering. Häufig verbleibt eine Asymmetrie, da ein ausreichendes Volumen mit dieser Technik nur bei einer relativ kleinen Brust erreicht werden kann. Bei einer zusätzlichen Einlage eines Implantats kann natürlich auch das oben beschriebene Risiko einer Kapselfibrose auftreten. Relativ häufig bildet sich am Rücken eine Wundhöhle, die über längere Zeit Wundflüssigkeit produzieren kann. Relativ selten entwickelt sich eine sehr auffällige Narbe am Rücken. Vor- und Nachbehandlung
Wie bei allen Operationen sollten Sie nicht mehr Rauchen, um die Blutversorgung des Gewebes nicht zu gefährden. Die Patienten haben nach der Operation Bettruhe von 1-2 Tagen. Anschließend wird das Tragen eines speziellen Stütz-BHs für ca. 3 Monate empfohlen.


