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Diese Form der Rekonstruktion ergibt in der Regel das nätürlichste Ergebnis, da Haut und Fettgewebe vom Bauch am ehesten der Brust entsprechen. Es ist daher unser favorisiertes Verfahren. Voraussetzung ist natürlich das Vorhandensein von ausreichend Bauchgewebe.
Bei der von uns verwandten Standardtechnik wird das Bauchfettgewebe frei transplantiert. Hierbei wird lediglich Haut und Fettgewebe aus dem Bauch mit einem kleinen Bauchmuskelanteil und dem versorgenden Gefäß entnommen und an der Brust wieder unter dem Mikroskop vernäht. Der große Vorteil dieser Methode besteht darin, dass kein Bauchmuskel bzw. nur eine kleine Muskelmanschette entnommen werden muss, so dass die Bauchdecke intakt bleibt und das Risiko einer Bauchwandschwäche verschwindend gering ist. Der Aufwand dieser Operation ist am Anfang deutlich höher, führt aber in der Regel zu einem deutlich schöneren Ergebnis. Wenn wir ein kleines Muskelstück mittransplantieren müssen, so nennt sich die Operation TRAM (Transverser Rectus Abdominis Muskel). Wenn wir nur ein Gefäß aus dem Muskel isolieren und den Muskel damit weitestgehend schonen können, so heisst die Operation DIEP (Deep Inferior Epigastric Perforator).
Der Bauchfettlappen kann aber auch mit dem gesamten Muskel zur Brust hochgeschlagen und als neue Brust geformt werden (gestielte TRAM-Operation). Bei dieser Technik verbleibt allerdings eine unschöne Wulst über dem Rippenbogen und häufig eine Bauchwandinstabilität auf Grund des entnommenen Bauchmuskels. Wir führen diese Operation nur durch, wenn die freie Transplantation nicht möglich ist.
Nach 6 bis 9 Monaten ist auch der innere Heilungs- und Vernarbungsprozess abgeschlossen. Das Gewebe hat dann seine endgültige Form erreicht, so dass Korrekturoperationen, wie Straffung der gegenseitigen Brust zur Angleichung oder die Rekonstruktion der Brustwarze erfolgen kann.
Ein vorteilhafter Nebenefffekt ist die zum Verschluß des Bauches notwendige Bauchdeckenstraffung. So entsteht ein straffer Bauch.
Operative Technik
Die Operation findet in Vollnarkose statt. Der Bauchfettlappen wird mit seinen Gefäßen zur Brust transplantiert und dort unter dem Mikroskop an neue Gefäße im Bereich des Brustbeins oder der Achselhöhle angenäht. Der Bauch, aus dem das Gewebe entnommen wurde, wird mit Hilfe einer Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) verschlossen. Dazu wird das Hautfettgewebe von der Bauchwandmuskulatur abgehoben und nach unten gezogen. Der Bauchnabel wird hierbei neu eingepasst.
Risiken und mögliche Komplikationen
In seltenen Fällen, kann es sein, dass der Körper das Gewebe nicht annimmt. Dieses Risiko liegt unter 2%. Hier können wir durch eine sofortige, erneute Operation versuchen, eine möglicherweise vorhandene Thrombose in den vernähten Gefäßen zu beseitigen. Weitere Risiken liegen in den gelegentlich auftretenden Wundheilungsstörungen an der Bauchdecke sowie in einem möglichen Verlust des neuen Bauchnabels, der dann in einer späteren Operation relativ einfach neu gebildet werden kann. Diese Komplikationen sind allerdings extrem selten. Eine Bauchwandschwäche oder einen Bauchwandbruch haben wir bei unseren Patientinnen nicht beobachtet.
Nachbehandlung
Die Nachbehandlung ist zunächst etwas umfangreicher. Unsere Patientinnen haben für 5 Tage strikte Bettruhe und lassen sich vom Pflegepersonal verwöhnen. Die Bettruhe ist wichtig, damit die Gefäßnähte gut verheilen und das Gewebe ausreichend durchblutet wird. Desweiteren ist die Bettruhe natürlich auch sinnvoll für den Bauch, um auch hier ein schönes kosmetisches Ergebnis zu erhalten. Die Patientinnen tragen ein Bauchgurt und einen Stütz-BH zum Schutz des Gewebes und zur Verschönerung der Narben für insgesamt 3 Monate Tag und Nacht. Die körperliche Überrbeanspruchung des Oberkörpers sollte für insgesamt 3 Monate unterlassen werden. Korrekturoperationen empfehlen wir frühestens nach 6 bis 9 Monaten, d. h. nach Abschluss der inneren Narbenheilung. Eingeschlossen in die Korrekturoperationen, sind die angleichende Straffung der gegenseitigen Brust und natürlich die Neubildung der Brustwarze. Allerdings sollten vor dieser letzten Operation alle angleichenden Maßnahmen beendet sein.


